EMMA - das politische Magazin von Frauen

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Aktuelle Nachrichten von der EMMA-Redaktion
Updated: 6 years 15 weeks ago

Gillian Wearing - Blick durch die Masken

Mon, 07/01/2013 - 12:01
Sie erkundet Menschen, sich selbst und die anderen. Angefangen hat sie mit den Anderen. In den Jahren 1992/93 hat die da gerade mal 19-Jährige PassantInnen auf der Straße angesprochen und mit von ihnen selbst beschriebenen Schildern porträtiert: „Schilder, die sagen, was du sagen willst – und nicht Schilder, die sagen, was andere wollen, dass du es sagst.“ Heraus kam eine Serie von 600 Porträts. 20 Jahre später war Gillian Wearing bei sich zu Hause angekommen. Inspiriert von Familienfotos schlüpfte sie hinter von ihr geformte Silikonmasken ihrer eigenen Familie und schaut daraus heraus: als ihre junge Mutter, ihr Vater, ihr Bruder, ihre Schwester – und sie selbst im Alter von 16 (Foto). Ein zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die frühe Traumatisierung. Dazwischen ist viel passiert im Leben der in Birmingham geborenen Künstlerin, die am Londoner Goldsmiths College studierte und 1997 den renommierten Turner-Preis erhielt. Jetzt wird in Deutschland eine beeindruckende Retrospektive ihres Werkes gezeigt: mit Fotos, Videos und Installationen. Von Düsseldorf ging die Ausstellung nach München, wo sie noch bis zum 7. Juli im Museum Brandhorst zu sehen ist.
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Kristin & Sandra heirateten in der ersten Stunde

Sat, 06/29/2013 - 15:24
In einem bahnbrechenden Urteil hatte der Oberste Gerichtshof der USA am Mittwoch überraschend die Homo-Ehe der Hetero-Ehe gleichgestellt. Zwei Tage darauf hob Kalifornien sein zwischenzeitliches Verbot wieder auf. Und nur eine Stunde darauf traten Kristin Perry und Sandra Stier (Foto) vor den Bürgermeister von Los Angeles. Das Paar, das seit 14 Jahren zusammenlebt, hatte gemeinsam mit einem Männerpaar die Rechtmäßigkeit und Gleichstellung der Homo-Ehe erstritten. Worüber nicht nur Kristin & Sandra gerührt waren. Auch der trauende Bürgermeister, Antonio Villaraigosa, bekannte, er habe richtig "Gänsehaut". Weiterlesen
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Zwei Themen regen auf: die Freier & die Lust

Thu, 06/27/2013 - 15:21
Im Internet schlägt die Debatte über die aktuelle EMMA schon wenige Stunden nach Erscheinen hohe Wellen. Zwei Themen vor allem regen die LeserInnen auf: die Freier & die Klitoris. Bettina Flitner hat für den Stern Freier in einem Bordell fotografiert und gefragt, warum sie sich Frauen kaufen - in EMMA erzählt sie, wie sie selbst sich gefühlt hat in den Tagen im Puff. Das EMMA-Cover zur Klitoris, dem Lustzentrum von Frauen, erregt Zustimmung wie Ablehnung. Brigitte zum Beispiel war das Cover vor ihrer Briefträgerin peinlich; und die Lehrerin Susanna schämt sich vor ihren Schülerinnen. Binessa aber findet das Cover "passend" und Sabine "gelungen". Die Diskussion geht weiter. Die aktuelle EMMA: nicht verpassen!
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Femen in Tunis frei - bis auf eine

Thu, 06/27/2013 - 09:58
Die drei Angeklagten waren, wie vorgeschrieben, im traditionellen Safasari im Gerichtssaal erschienen, dem bodenlangen hellen Tuch, das sie von Kopf bis Fuß bedeckte. Doch sie werden wohl schon heute unverschleiert nach Paris ausfliegen: die beiden französischen Femen und die deutsche Studentin, die sich Josephine Markmann nennt. Genau 29 Tage hatten sie im Gefängnis in Tunis verbracht, zusammen mit 29 weiteren Frauen in einer Zelle. Wäre es nach dem Urteil in erster Instanz gegangen, wären die drei erst Ende August da wieder rausgekommen. Doch in der Berufung wurden sie frei gesprochen, auf Bewährung. Und das trotz der skandalösen Zulassung salafistischer Organisationen als Nebenkläger. Während die tunesische Anwältin der Femen um „Gnade“ bat, argumentierte der aus Paris angereiste Anwalt Patrick Klugman politisch: „Hören Sie auf, auf die Brüste der Frauen zu starren - und hören Sie ihnen zu“, rief er den Richtern zu. Weiterlesen
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US-Senatorin hält Dauerrede für Recht auf Abtreibung

Wed, 06/26/2013 - 15:49
Gerade erreichte uns die folgende Nachricht einer Leserin: „Liebe Emmas, vielleicht könnte man ja auch mal die Heldin des Tages oder der Woche einführen? Meine Heldin des Tages ist heute die texanische Demokratin Wendy Davis.“ Davis hat im wahrsten Sinne des Wortes ihre Frau gestanden: Elf Stunden sprach sie im US-Senat, um die Abstimmung über einen Gesetzesentwurf der Republikaner zur Einschränkung von Abtreibung in Texas bis Mitternacht hinauszuzögern. Weiterlesen
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Sabine Constabel: „Frauen sind keine Ware!“

Tue, 06/25/2013 - 11:57
Gestern hat im Bundestag eine „Öffentliche Anhörung zur Bekämpfung des Menschenhandels und Überwachung von Prostitutionsstätten“ stattgefunden. Anlass ist ein Gesetzentwurf von CDU/CSU und FDP, der unter anderem vorsieht, Bordelle einer gewerberechtlichen Überwachung zu unterwerfen. Eine der Expertinnen, die an diesem Nachmittag in Berlin vor den Bundestag trat, ist die Sozialarbeiterin Sabine Constabel (Foto rechts). Sie arbeitet seit 20 Jahren im Stuttgarter Rotlichtviertel, wo sie im Café „La Strada“ Prostituierte betreut – und kennt das Milieu. Sie sagt: „Die Darstellung der Lobbyisten der Prostitutionswirtschaft, die die Elends-, Armuts- und Zwangsprostituierten als bedauerliche Randgruppe innerhalb der Prostitution darstellen, geht an der Realität vorbei.“ Genau so wie der Gesetzentwurf zum Gewerberecht. „Wir haben in Bordellen ja ganz andere Probleme als der Zustand der Küche und die Anzahl der Notausgänge“, sagt Constabel. Sie fordert weitere Maßnahmen zur Bekämpfung von Prostitution und Menschenhandel - nach schwedischem Vorbild. Hier ist ihre beeindruckende Rede. Weiterlesen
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Friedenspreis geht an eine sehr mutige Autorin

Fri, 06/21/2013 - 09:21
Der diesjährige "Friedenspreis des deutschen Buchhandels" geht an eine große Stimme der Menschlichkeit und Literatur: die heute 65-jährige Swetlana Alexijewitsch. Die nach Jahren im westlichen Exil 2012 in ihre Heimat Weißrussland Zurückgekehrte kann diese Ehrung - und damit Unterstützung  - bestens gebrauchen. Seit Mitte der 1980er Jahre gibt die ausgebildete Journalistin den Vergessenen eine Stimme: den Rotarmistinnen im 2. Weltkrieg ("Der Krieg hat kein weibliches Gesicht"), den Hinterbliebenen der im Afghanistankrieg gefallenen Sowjetsoldaten ("Zinkjungen"), den Überlebenden von Tschernobyl ("Eine Chronik der Zukunft"). Im Herbst erscheint ihr neues Buch: "Secondhand Zeit", über die Folgen des Zerfalls der Sowjetunion für die Menschen und die in diesem Umbruch aufbrechenden, lange verschwiegenen Wahrheiten. Den Schlagzeilen und der offiziellen Geschichtsschreibung setzt Alexijewitsch die Stimme der Menschen entgegen, Opfern wie Tätern: Mit ihrer Oral-History-Methode verdichtet die Schriftstellerin das gesprochene Wort zu so poetischen wie beklemmenden Zeugnissen des Lebens. Sowohl literarisch wie politisch hätte die Jury kaum eine bessere Wahl treffen können. - Sewtlana Alexijewitsch in EMMA: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht (1/03) - Eine Tragödie für die ganze Menschheit (3/11)
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Die mit dem Bauch tanzen

Thu, 06/20/2013 - 10:53
Eine Lebenskrise führt die Filmemacherin Carolin Genreith von der Großstadt Berlin zurück in die alte Heimat, die Eifel, zu ihrer Mutter Biggi. Die hat ein neues Hobby: Bauchtanz. ­Inmitten gestutzter Gartenhecken, endloser Kuhweiden und den Aufmärschen des Schützenvereins trifft Biggi sich jede Woche mit ihren Freundinnen. Sie schlüpfen in bunte Glitzer-Kostüme und tanzen los. Einmal im Jahr sogar auf den Straßen von Paris. Zunächst ist die Tochter peinlich berührt („In dem Alter!“). Aber dann. Mit der Kamera befragt sie die ­lebensfrohe Mutter, die sich nach 25 Jahren scheiden ließ und ein neues Leben wagte, und ihre Bauchtanzfreundinnen. – „Die mit dem Bauch tanzen“ – jetzt im Kino. Hier geht es zum Trailer
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Keine Waffen für Islamisten!

Tue, 06/18/2013 - 14:28
Man musste nicht Hellsehen können, um schon zu Beginn des Konfliktes in Syrien im April 2011 zu befürchten: Es kann nur schlimmer werden. Denn auf den gewählten, gewohnt autokratisch agierenden Präsidenten Assad würde ja keinesfalls eine Demokratie folgen, sondern ein islamistischer Gottesstaat. Und genau das wird leider von Tag zu Tag mehr zur Gewissheit und wäre endgültig besiegelt, wenn der Westen die so genannten „Rebellen“ nun auch noch mit Waffenlieferungen unterstützte (propagandistisch und logistisch tut er das schon lange). Nicht zufällig jetzt also veröffentlicht die FAZ ein Gespräch mit Assad. Darin warnt der Präsident davor, dass Syrien mit Hilfe des Westens zur Beute der Gottesstaatler werden könnte. Und dass dann auch Europa selbst ein großes Problem bekäme. Weiterlesen
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Bis einer heult: Peer Steinbrück auf dem SPD-Parteikonvent

Mon, 06/17/2013 - 15:36
Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl gilt eines mit Sicherheit: Peer Steinbrück ist für Überraschungen gut, meistens sind sie böse. An diesem Wochenende – die Umfragewerte des Kanzlerkandidaten sind auf dem Tiefpunkt, der unschöne Schlagabtausch mit Parteichef Sigmar Gabriel hallt auch nach – wartete die SPD zum Parteikonvent mit einer Idee auf, die erst mal wie eine schlappe Wahlkampfstrategie wirkte. Und dann eine überraschende Wende nahm: ein Podiumsgespräch mit Ehefrau Gertrud. Die ihren Mann zu Tränen rührte. Weiterlesen
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Barbara Sichtermann erhält Hedwig Dohm Urkunde

Sun, 06/16/2013 - 14:33
"Witz, Esprit und ihre besondere Lust an dialektischem Denken kennzeichnen die Arbeiten der Journalistin und Schriftstellerin Barbara Sichtermann", schreibt der Journalistinnenbund. Und hat Sichtermann auf seiner 26. Jahrestagung am 16. Juni mit der Hedwig Dohm Urkunde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Sichtermanns Witz, ihr Esprit und ihre Klarsicht in Geschlechterfragen sind auch in der EMMA-Redaktion bekannt. Wir gratulieren unserer langjährigen Autorin zu der Auszeichnung. - Barbara Sichtermann u.a. in EMMA:
Über Hochzeitsbräuche: Hochzeit in Weiß (3/13)
Serie: Herrscherinnen (ab EMMA 5/09)
Sexualität und Identität: Es begann mit Barbie ... (2/06)
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Ausstellung: Hilma af Klint im "Hamburger Bahnhof"

Fri, 06/14/2013 - 20:07
Sie war die erste abstrakte Malerin, noch vor Kandinsky: die schwedische Künstlerin Hilma af Klint (1862–1944). Im „Hamburger Bahnhof“ sind nun 200 von ihren über tausend Werken zu sehen, einige davon sind zuvor noch nie ausgestellt worden. Wer war Hilma af Klint? Und warum kennt man sie im Gegensatz zu Kandinsky heute kaum? In der aktuellen EMMA hat Julia Voss die Erfinderin der Abstraktion porträtiert. Weiterlesen
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Aktivistinnen von Femen in Tunis in Gefahr

Thu, 06/13/2013 - 10:09
Gestern Abend erreichte uns die Nachricht, dass die drei Femen, die aus Solidarität mit der verhafteten Amina in Tunis barbusig protestiert hatten, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden sind: wegen „Verstoß gegen die guten Sitten und Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Denn die „Sitten“ bestehen in diesem Land, das nach Verjagung des autokratischen Herrschers in den Islamismus gekippt ist, auf Verschleierung und nicht Entblößung. Das Urteil trifft zwei Französinnen und eine Deutsche, Josephine Witt (Foto re), aus Hamburg. Die Femen-Aktion in Tunis gehört – bei aller Solidarität – zu den Aktionen, die EMMA von Anfang an kritisch gesehen hat. Warum? Weil die entblößte Haut als plakative Protestfläche passend ist im Westen, wo die Haut der Frauen zu Markte getragen wird. Aber sie ist problematisch in einem islamistisch beherrschten Land. Denn die Entblößung dreier Westlerinnen wird dort von fast allen, nicht nur von Islamisten, als Bestätigung des Klischees westlicher und feministischer Dekadenz verstanden. Was sich zusätzlich belastend für Amina auswirken könnte. Egal: Jetzt brauchen alle Femen unsere Solidarität! EMMA wird sich aktiv um die drei West-Femen kümmern und vor allem um die 18-jährige Tunesierin Amina Tyler (Sboui). Weiterlesen
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Vor einem Jahr starb die große Analytikerin

Tue, 06/11/2013 - 18:22
Am 12. Juni 2012 starb Margarete Mitscherlich im Alter von 94 Jahren. Die Deutsch-Dänin war die prägendste Analytikerin in Deutschland nach dem Krieg, in der Therapie wie in der Theorie ("Die Unfähigkeit zu trauern", zusammen mit ihrem Ehemann Alexander). Ab Mitte der 1970er Jahre stieß die Tochter einer (gemäßigten) Frauenrechtlerin zu den neuen Feministinnen. Ihr Bekenntnis in der ersten Ausgabe von EMMA, "Ich bin Feministin", erregte international aufsehen und wurde damals von vielen in ihrer Branche als unpassend bis skandalös empfunden. Die Berührungsängste mit dem Feminismus waren auch und gerade unter PsychoanalytikerInnen noch groß. Was die ketzerische Freudianerin wenig störte. Auf Wunsch der Familie Mitscherlich würdigte Alice Schwarzer ihre große Freundin in der Trauerrede. Mehr
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Ausstellung: "Cross-border" im ZKM Karlsruhe

Tue, 06/11/2013 - 10:31
18 Künstlerinnen aus dem arabischen Mittelmeerraum zeigen in Karlsruhe Bilder, Fotografien, Skulpturen und Videos. Ihre Arbeiten sind geprägt von Tradition und Moderne. Und sie nehmen die wenig später aufbrechende Hoffnung und Verzweiflung vorweg mit diesen überwiegend noch vor dem so genannten „arabischen Frühling“ entstandenen Werken. Die Ausstellung im ZKM geht bis zum 8. September. Mehr zum Thema: www.zkm.de. - In EMMA über Künstlerinnen: Die moderne Kunst ist ein alter Herrenclub (2/13).
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Femen, #aufschrei und der Neofeminismus

Sat, 06/08/2013 - 10:00
Die Frau ist 30 Jahre alt, ist für höhere Boni für Hedgefondmanager, für einen Spitzensteuersatz von 20 Prozent und für die Senkung der Sozialhilfe. So weit, so banal. Das gibt es: Frauen, die so denken. Und das sollte in einer Demokratie auch erlaubt sein. Die Überraschung ist: Die Frau bezeichnet sich als „Sozialistin“. Und der Spiegel stellt sie gar als Verkörperung eines jungen neuen Sozialismus, als „Neosozialistin“ vor. – Und dann ist da noch eine Frau. Sie ist auch 30, findet Pornos geil, OPs zur Verschönerung der Vagina problemlos und das Betreuungsgeld für Hausfrauen mit Kindern ideal (worüber sich selbst die CDU/CSU Frauen wundern dürften, denn die sind eigentlich dagegen, nur CSU-Seehofer ist wirklich dafür). So weit, so banal. Das gibt es: Frauen, die so denken. Und das sollte in einer Demokratie auch erlaubt sein. Die Überraschung ist: Die Frau bezeichnet sich als „Feministin“ – und der Spiegel stellt sie als Verkörperung eines jungen neuen Feminismus, als „Neofeministin“ vor. Absurd? Weiterlesen
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Aminas Vater ist stolz auf seine Tochter!

Fri, 06/07/2013 - 10:31
Er ist stolz auf seine Tochter. Er sagt: „ Sie hat mich mit mir selbst versöhnt. Mit meinen Werten. Ich hatte mich irgendwie mit allem abgefunden. Jetzt ist mir klar: Man muss aktiv werden!“ Hier spricht Mounir Sboui, der Vater von Amina, der ersten und einzigen Feme in Tunesien. Amina sitzt seit zwei Wochen im Gefängnis. Drei Femen aus Europa, eine Deutsche und zwei Französinnen, sind ihr zur Hilfe geeilt – und sitzen nun auch im Gefängnis. Ihnen drohen bis zu sechs Monaten Haft, man rechnet jedoch mit einer Bewährungsstrafe. Der Tunesierin jedoch drohen bis zu zwölf Jahren Haft: wegen „Verletzung der guten Sitten“. Vater Sboui ist Arzt, Amina ist das älteste von drei Kindern. Er erzählt: „Amina war von klein an eine Rebellin. Sie ist sauer auf die arabischen Männer, die ihre Frauen schuften lassen in der Fabrik und auf den Feldern. Und zuhause. Während sie im Cafe hocken.“ Und während Aminas Mutter, eine Lehrerin, sich von ihrer Tochter distanziert und sie für „psychisch krank“ erklärt, sagt der Vater in Libération: „Amina hat einen Fehler gemacht, aber kein Verbrechen begangen.“ Weiterlesen
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Yasemin Karakasoglu – ein „kluger Schachzug“?

Thu, 06/06/2013 - 13:56
Peer Steinbrück hat - nach Gesche Joost, Manuela Schwesig und Brigitte Zypries - die vierte Frau in seinem „Kompetenzteam“ vorgestellt: Yasemin Karakasoglu. Die 48-jährige Professorin an der Uni Bremen ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität. Die zweifache Mutter, die in Wilhelmshaven geboren wurde und in Ankara Turkologie studierte, soll in Steinbrücks Schattenkabinett für Bildung und Wissenschaft zuständig sein. Die Tochter eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter sei „ein kluger Schachzug“, heißt es in der Presse, offenbar wolle der Kanzlerkandidat mit den mäßigen Umfragewerten so „bei WählerInnen ausländischer Herkunft punkten“. Einige JournalistInnen erinnern sich allerdings auch an verblüffende Äußerungen der Professorin: Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen? Eine „deutsche Fatwa“. Die mutige Kritik muslimischer Frauen wie Necla Kelek, Seyran Ates oder Ayaan Hirsi Ali an der Unterdrückung von Mädchen und Frauen in den eigenen Reihen? „Emotionale Selbstinszenierungen“. Arrangierte Ehen? „Das Ergebnis der Abschottungspolitik Europas gegenüber geregelter Einwanderung“. In einem Offenen Brief hatte Alice Schwarzer Karakasoglu deshalb scharf kritisiert.
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Ehegattensplitting abschaffen!

Thu, 06/06/2013 - 11:21
Die gute Nachricht zuerst: Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Ja zur steuerlichen Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare den Weg zur „Ehe für alle“ quasi frei gemacht. Denn warum jetzt, wo auch die letzte Ungleichbehandlung der Homo-Ehe für verfassungswidrig erklärt wurde, nicht gleich die „richtige“ Ehe auch für Homo-Paare öffnen? Die schlechte Nachricht: Gerade noch hat EU-Kommissionspräsident  Barroso persönlich Deutschland aufgefordert, das Ehegattensplitting endlich abzuschaffen. Diese Subventionierung der Hausfrauenehe, die SteuerzahlerInnen jährlich 20 Millionen Euro kostet, böte „signifikante Fehlanreize für Zweitverdiener“. Will heißen: Dank Steuerersparnis lohnt es sich für den „Zweitverdiener“ (meist: die Zweitverdienerin) finanziell, zu Hause zu bleiben. Dabei profitieren von diesem Steuervorteil zu 40 Prozent kinderlose Paare. Also: Ehe für alle? Klar! Ehegattensplitting? Nein! Stattdessen: Förderung von Familien mit Kindern – egal, ob hetero oder homo. - Mehr zum Thema
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Nach der Revolution

Thu, 06/06/2013 - 10:08
Am 8. Juli 2011 mussten die Dreharbeiten abrupt abgebrochen werden. Das Team verließ rennend die große Bühne, den Tahrir-Platz. Grund: Die „Revolutionäre“ griffen die Hauptdarstellerin an und beschimpften sie als „Hure“. Als Regisseur Yousry Nasrallah begann, „Nach der Revolution“ zu drehen, wurde er vom Leben überholt. Aus dem geplanten Spielfilm wurde ein semidokumentarisches Werk, in dem wir die arabische Revolution live erleben: vom euphorischen Aufbruch bis zum Kippen des arabischen Frühlings in einen Eis-Winter. Als erste mussten die Frauen daran glauben. Wie immer. Sie mussten erkennen, dass sie unter den neuen Herren, den Islamisten, mindestens so entrechtet sind wie zuvor, nein ungleich mehr. „Nach der Schlacht“ (wie der Titel im Original treffender lautet) verwebt eine fiktive Liebesgeschichte mit dem realen Politdrama. Anrührend und mitreißend. „Nach der Revolution“, im Kino.
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